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Fachkräftemangel?

Es besteht in der öffentlichen Diskussion weitgehende Übereinkunft darüber, dass die Bundesrepublik nicht (oder noch nicht) über ausreichende Fachkräfte verfügt, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Wir finden, dass diese Kritik aus vier Gründen zu pauschal formuliert ist: Erstens wird der Fachkräftebedarf vor allem im Hinblick auf die technischen Aspekte der Digitalisierung errechnet und qualifiziert. Zweitens werden die oben getroffenen Differenzierungen der Digitalisierung viel zu wenig berücksichtigt. Drittens basiert die ganze Diskussion auf der Idee, dass der Prozess der Digitalisierung immer so weiter geht, wie wir ihn in den letzten Jahren erleben. Viertens schließlich werden in dieser Perspektive zu viele gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen zu Gunsten rein ökonomischer Interpretationsansätze ausgeblendet. Gerade diese Perspektiven aber sind für eine innovationsorientierte Wirtschaft ebenso wichtig wie technische, mathematische oder ökonomische Fachqualifikationen.

Diese Bedeutung eines über die Grenzen der Fachqualifikationen ausgeweiteten Horizonts erweist sich gerade dann, wenn man versucht, im Wust der Argumente über die datengetriebene Zukunft eine Ordnung zu finden. Eine umfangreiche Analyse der Einschätzungen von Unternehmen, Beratern, Kritikern, Think Tanks, Fachjournalisten, Wissenschaftlern und  Anwendern zu Big Data, die ebenfalls an diesem Institut in einem vorangehenden Projekt unternommen wurde, förderte eher irritierende – oder bezeichnende –  Ergebnisse zu Tage. In den insgesamt 260 erfassten Dokumenten weder eine einheitliche Definition noch einheitliche Erfahrungen oder Bewertungen, weder übereinstimmende Zukunftsvorstellungen noch klare Vorstellungen davon, welche Qualifikationen das Personalmanagement von Zukunftstalenten fordern sollte.