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Systematische Ausrichtung

Vergleich in drei Perspektiven

Systematisch steht die Auseinandersetzung mit dem Vergleich im Vordergrund. Dies erfolgt unter drei Perspektiven:

(1) Der Vergleich als Grundlage soziologischer Theorie und Empirie. Das aktuelle theoretische Denken in der Soziologie erfolgt immer weniger in sich voneinander abgrenzenden Schulen. Vielmehr ist die Theorieentwicklung von einer andauernden kritischen Reflexion und Weiterentwicklung theoretischer Positionen im Vergleich zu alternativen Theoriensätzen geprägt. Ebenso wird der Vergleich gerade in Bezug auf die globalen Dimensionen sozialer Prozesse immer stärker zu einem Gegenstand der Theoriebildung. Im Bereich der empirischen Sozialforschung führt eine zunehmende Ausdifferenzierung von Erhebungs- und Auswertungsmethoden zur Notwendigkeit einer kontinuierlichen, kritisch-vergleichenden Reflexion über die Angemessenheit bestimmter Verfahren im Hinblick auf konkrete inhaltliche Fragestellungen.

(2) Der Vergleich als Methode soziologischer Erkenntnis. Prozesse der Individualisierung, gesellschaftlichen Ausdifferenzierung und Globalisierung machen es notwendig, dass die Entwicklungsprozesse gesellschaftlicher Gruppierungen, Organisationen, Teilsystemen oder Nationalstaaten nicht mehr isoliert sondern im Kontext übergeordneter nationaler und internationaler Prozesse wahrgenommen werden müssen. Diese Perspektive impliziert immer den Vergleich, da die Wirkmächtigkeit dieser Prozesse nur mittels der vergleichenden Betrachtung sozialer Gruppierungen bzw. wirtschaftlicher, kultureller oder politischer Einheiten verstanden werden kann.

(3) Der Vergleich als Gegenstand soziologischer Forschung. Vergleiche sind in den unterschiedlichsten Bereichen ein strukturierendes Element gegenwärtiger Gesellschaftsentwicklungen. So werden in nationalen und internationalen Organisationen Vergleiche, z.B. in Form von Ratings und Rankings, als Steuerungs- und Strukturbildungskonzepte eingesetzt. Aber auch Individualisierungsprozesse sind im Kontext einer sich verdichtenden Globalisierung zunehmend durch den Vergleich inspiriert. Lebenschancen und Lebensweisen in unterschiedlichen Gesellschaften werden zu Bezugspunkten individueller Positionierung und Subjektivierung.