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“Der Begriff – und sein Anderes”: Körper und Kindheit bei Theodor W. Adorno und Walter Benjamin

Alexandre Fernandez Vaz

Ziele dieses Projekts sind: 1. Erforschung der Orte des Körpers im Werk von Theodor W. Adorno, mit Schwerpunkt in den Konstellationen des Somatischen in der Negativen Dialektik, insbesondere im Ausgang von zwei Bewegungen: (a) der Erinnerung der Natur in dem Subjekt, (b) im Sinn des auf die Erinnerung und den Denkimpuls bezogenen Schmerzes. 2. Erforschung des Orts der Kindheit als pädagogischen Ausdrucks der kritischen Romantik Benjamins und seiner Archäologie der Moderne, mit Schwerpunkt in der (a) Erziehung der Sinne (insbesondere des Seh-, Tast- und Geschmacksinns), der (b) Artefakte der Kindheit (Spielzeug, Körper als Spielzeug, Denkbilder, Lektüren, Mimesis), und der (c) nach Benjamin dialektischen Bewegung der Erziehung, mit besonderem Hinblick auf die Beziehung zwischen Fortschritt und Barbarei.

Ausgangspunkt des Vorhabens sind die großen Texte, die den Kern der intellektuellen Entwürfe von Theodor W. Adorno und Walter Benjamin bilden. Das wichtigste Analysematerial sind die Gesammelten Schriften beider Autoren, desgleichen die Nachgelassenen Schriften Adornos und das Passagenwerk Benjamins. Im Falle Benjamins greife ich auf die neue kritische Ausgabe (Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe) zurück. Das Forschungsvorhaben soll die den Objekten eigene innere Bewegung der Konstitution begleiten, ihnen damit gerecht werden und den "Vorrang des Objekts" (Adorno) beachten. Die weiteren methodologischen Konstellationen des Vorhabens leiten sich von den das Denken von Adorno und Benjamin strukturierenden Bewegungen her, die immer dialogisch und in dreifacher Dimension wahrgenommen werden: 1. im Innern der Entwürfe eines jeden Autors, in ihren inneren Verzweigungen und Labyrinthen, 2. in der Spannung zwischen beiden Autoren, die in der Bewegung der ihnen eigenen oder von ihnen geteilten Begriffe ausgelegt werden, und 3. in der möglichen Rezeption, Auslegung, Einverleibung und Opposition, die sie von gegenwärtigen Autoren oder Traditionen erfahren.