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Das fünfte Paradigma: Digitalisierung, Mobilitäts-Innovationen & emergente Megatrends.

Technikfolgenabschätzung alltagskultureller, gesellschaftlicher und anderer nicht-technischer  Wirkungen von Digitalisierung und alternativer Mobilität und ihre Bedeutung für heutige strategische Entscheidungen.

Impulse und Thesen

1: Digitalisierung hat ebenso wie die Entscheidung für die Forcierung der E-Mobilität und die Entwicklung autonomer Fahrzeuge als technische Transformation erhebliche Folgen für alle sozialen und kulturellen Bereiche, also auf Werte, Normen, Konventionen und Verhaltensweisen sowie viele Optionen im privaten wie im beruflichen Leben. Nicht alle diese Folgen sind planbar. Viele ergeben sich aus einem unerwarteten Zusammenspiel von planvollen Systembestandteilen, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben. Und doch können durch derartige Verknüpfungen fundamentale Veränderungen entstehen. Solche Entwicklungen werden im Projekt als „emergente Megatrends“ bezeichnet.

2: Diese „emergenten Megatrends“ entstehen als folgen der Digitalisierung, beeinflussen ihrerseits aber die Gestalt und die Wirkungen der Digitalisierung sowie ihre wirtschaftliche Bedeutung und definieren somit die alltägliche Praxis der Digitalisierung. Denkbar sind unerwartete Verstärkereffekte, wie etwa bei der hohen Bedeutung warenästhetische Gestaltung bei Smartphones, Modifikationen vor allem im modischen Bereich aber auch bei kulturellen Handlungsoptionen, schließlich aber auch die Falsifikation strategischer Ziele, wie etwas unerwartete Shitstorms auf an sich produktiv gemeinte Aktivitäten und die Nutzung der Technologie zur Zerstörung ihrer Rationalität, wie etwa bei politisch agierenden Social Bots.

3: Je früher potenzielle „emergente Megatrends“ zumindest ansatzweise erfasst und in ihren denkbaren Wirkungen analysiert werden, desto zielgerechter, kundenorientierter und marktkonformer können die heutigen Schritte der Digitalisierung für den Kontext künftiger Anwendungen definiert werden können.  Gegenwärtig ist eine Reihe von Signalen auszumachen, dass dieses Thema in absehbarer Zeit strategisch wichtig wird.

Allgemeines zur Methode

Research Units

Ziel des Projekt ist, den Stand der Diskussion um die Bewältigung mittel- und langfristig nicht absehbarer Folgen kurzfristig orientierter strategischer Entscheidungen zu erfassen, gleichzeitig die denkbaren Folgen der globalen Transformationen durch Digitalisierung und die sich anbahnenden Innovationen auf einem Kerngebiet der Wirtschaft – der Mobilität – einschätzen zu können. Im Bewusstsein, dass keine Gewissheiten erarbeitet werden können, versuchen sieben Research Units die einschlägigen prognostischen Ansätze methodologisch und inhaltlich aufzuspüren. Die Frage ist, ob es strukturelle Ansätze gibt, mit deren Hilfe sich Emergenzen systematisch erfassen lassen.

Unit 1: Onlinebefragung Studenten/Young Professionals international

Technik: strukturierter Fragebogen, ergänzende offene Fragen. Ziel: Vorstellungen von Zukünften bei Studierenden unterschiedlichster Disziplinen und jungen Berufstätigen im Vergleich untereinander und zu den Ergebnissen aus der Analyse der Zielgruppen der weiteren Units.

Unit 2: Leitfaden-Interviews mit Repräsentanten von Universitätsinstituten

(Leitung, Lehrende, Experten, wissenschaftliche Mitarbeiter der unterschiedlichen Fachrichtungen) (face-to-face), telefonisch; analog zu Technik Unit 1

Unit 3: Theorien und Modelle aus Wissenschaft und Forschung

Dokumentenanalyse öffentlich zugänglicher Dokumente (Online-Publikationen); Analyse der Vorstellungen von Folgen der Digitalisierung einerseits, der Mobilitäts-Innovationen andererseits in einschlägigen abgeschlossenen Projekten. Distinktionsmerkmal: Wissenschaftliche Zielsetzungen (Überschneidungen mit Unit 6 sind beabsichtigt). Qualitative Auswertung; Mustererkennung; CITAVI

Unit 4: Zukunftsvisionen kommerzieller Anbieter

Methode: Dokumentenanalyse öffentlich zugänglicher Dokumente; Werbung für Dienstleistungen und Tools, die Digitalisierung und Mobilitätsinnovationen betreffen.

Qualitative Auswertung; Mustererkennung; CITAVI

Unit 5: Zukunftsvisionen unabhängiger Interpreten

Methode: Dokumentenanalyse öffentlich zugänglicher Dokumente

Technik: Qualitative Auswertung; Muster; CITAVI

Stichprobe: Vereinigungen und Expertengruppen/Think Tanks ITZ, ITA, Fraunhofer ohne kommerzielle Interessen. Distinktionsmerkmal: Nonprofit-Einrichtungen, nicht kommerzielle –Think Tanks, Blogs etc., deren Ergebnisse im Prinzip frei zugänglich sind

Unit 6: Forschungsmethoden Theorie + Praxis

Methode: Foresight Research über Zukunftsforschung: Was kann Forschung? Internationale Einrichtungen mit dem definitiven Ziel der Entwicklung von Methoden und Techniken der Technikfolgenabschätzung. Sample kann sich mit den Objekten der Unit 5 überschneiden.

Unit 7: Zukunftsvisionen meinungsführender Medien

Standardisierte Contentanalyse der Artikel über Transformationen unter besonderer Berücksichtigung der Digitalisierung und automobiler Innovationen. Qualitative Auswertung; Mustererkennung; CITAVI. Ziel ist die Analyse des Meinungsklimas in unterschiedlichen publizistischen Domänen.