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Forschungsprojekte

Bildungserträge und Weiterbildung von Hochschulabsolvent/innen

Das Forschungsprojekt knüpft an meine Dissertation an, in der ich anhand zweier Länderfallstudien – Deutschland und Großbritannien – den Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich untersuche und frage, wie dieser durch nationale Institutionen beeinflusst wird. Es zeigt sich, dass in Deutschland der Übergang geradlinig („smooth path“) verläuft, während Hochschulabsolvent/innen in Großbritannien erst über Umwege ähnlichen Positionen erreichen wie deutsche Studierende („long and winding road“). Diese unterschiedlichen Verlaufsmuster können durch die landesspezifische Strukturierung des Hochschulsystems, z.B. der institutionellen Differenzierung und der beruflichen Spezifität, und des Arbeitsmarktes, z.B. mit Blick auf die Organisation von Professionen und öffentlichem Dienst oder die Arbeitsmarktregulierung, erklärt werden. Das Forschungsprojekt erweitert diese Analysen in zweifacher Hinsicht: Zum einen wird, mit einem Fokus auf Deutschland, das Weiterbildungsverhalten von Hochschulabsolvent/innen und dessen Arbeitsmarkterträge mit Blick auf Einkommen sowie horizontal und vertikal adäquate Beschäftigung analysiert. Zum anderen wird die Bedeutung nationaler Hochschul- und Arbeitsmarktinstitutionen für Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolvent/innen in 18 europäischen Ländern untersucht.

Projektlaufzeit: seit Juli 2007
Kooperationspartner/innen:
Prof. Dr. Susanne Strauß, Universität Konstanz
Projektmitarbeiterin: Anna Marczuk
Förderung: Leibniz Universität Hannover

 

Die Bedeutung von horizontaler Segregation für Arbeitsmarktungleichheiten zwischen hochqualifizierten Frauen und Männern

Das Forschungsprojekt fokussiert auf Geschlechterungleichheiten unter hochqualifizierten Frauen und Männern und fragt, welche Bedeutung der geschlechtstypischen Studienfachwahl diesbezüglich zukommt. Obwohl Frauen heutzutage höher qualifiziert sind als Männer und häufiger ein Hochschulstudium abschließen, sind sie im Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt. Frauen studieren andere Fächer als Männer und haben im Anschluss an ihr Studium ein größeres Risiko, gar nicht oder Teilzeit beschäftigt zu sein bzw. sie arbeiten in anderen Berufen und statusniedrigeren Positionen. In der Literatur zu Geschlechterungleichheiten im Arbeitsmarkt wurde der speziellen Untersuchung von Hochqualifizierten bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Im Vordergrund des Projekts steht daher die Frage, welche Bedeutung die horizontale Segregation von Studienfächern und Berufen für die Entwicklung von ungleichen Arbeitsmarktchancen im Lebensverlauf von akademisch gebildeten Frauen und Männern hat.

Projektlaufzeit: seit Oktober 2008
Kooperationspartner/innen:
Dr. Alessandra Rusconi, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Prof Dr. Susanne Strauß, Universität Konstanz
Förderung: Leibniz Universität Hannover

 

Berufliche Geschlechtersegregation und ihre Bedeutung für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt

In Deutschland ist das Berufsprinzip zentral für die Verbindung zwischen (Aus-)Bildungssystem und Arbeitsmarkt und daher besonders relevant für die Genese von Ungleichheiten über den Lebensverlauf. Das Projekt untersucht daher die Bedeutung des Berufsprinzips für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt. In der ersten Projektphase haben wir zunächst die Entwicklung beruflicher Geschlechtersegregation zwischen 1976 und 2010 für Deutschland dargestellt und analysiert, wie der Frauenanteil in Berufen kausal mit anderen Berufsmerkmalen, z.B. dem beruflichen Lohnniveau, dem Teilzeitanteil oder den Qualifikationsanforderungen zusammenhängt. Die Ergebnisse dieser Analysen werden dazu genutzt, den Einfluss dieser beruflichen Merkmale auf individuelle Geschlechterungleichheiten zu untersuchen, z.B. beim Eintritt in den Arbeitsmarkt, der anschließende Karrieremobilität, familienbedingten Erwerbsunterbrechungen sowie Arbeitslosigkeit. Insofern fokussierte die erste Projektphase auf nicht-monetäre Aspekte der Arbeitsmarktungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Allerdings ist aus der Forschung hinlänglich bekannt, dass ein höherer Frauenanteil im Beruf mit geringeren Löhnen einhergeht und daher die berufliche Geschlechtersegregation zentral für die Erklärung des Gender Wage Gaps in Deutschland ist. Unklar ist jedoch nach wie vor, warum in „Frauenberufen“ geringere Löhne gezahlt werden. Ist es allein der quantitative Frauenanteil, der dafür verantwortlich ist? Oder gibt es andere berufliche Charakteristika, die mit dem Frauenanteil im Beruf zusammenhängen und die zentral für das Verständnis des Gender Wage Gaps sind? Und wenn ja, wie hat sich der Einfluss unterschiedlicher Berufscharakteristika auf den Gender Wage Gap während der letzten 30 Jahre verändert? Um diese Fragen zu beantworten, untersuchen wir in der zweiten Projektphase, welche Bedeutung die geschlechtliche Differenzierung der Berufsstruktur in Deutschland für die Entwicklung des Gender Wage Gap seit Mitte der 1970er Jahre hat. Theoretisch untersuchen wir dafür drei unterschiedliche Mechanismen: 1) die Entwertung von frauentypischen Tätigkeitsinhalten, 2) die sinkende Nachfrage von spezifischem Humankapital in „Frauenberufen“ aufgrund des technologischen Wandels, und 3) höhere berufliche Schließungspotentiale in „Männerberufen“. Basis der Lohnanalysen ist ein einzigartiger und innovativer Datensatz zu individuellen Löhnen im Lebensverlauf: die NEPS Startkohorte 6, die mit Registerdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verlinkt ist und dadurch zusätzlich sehr valide Lohn- und Firmeninformationen für die Befragten enthält. Zur Modellierung des Gender Wage Gaps werden diesen Individualdaten die Daten des Berufspanels der ersten Projektphase zugespielt und zudem weitere berufliche Charakteristika generiert, die bislang nicht berücksichtigt wurden: berufliche Tätigkeitsinhalte und weitere Merkmale der beruflichen Schließung.

Projektlaufzeit: April 2015 – März 2018 (2. Förderphase, 1. Förderphase April 2012 – März 2015)
Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Corinna Kleinert, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V.
Projektmitarbeiterinnen: Dörthe Gatermann, Anna Erika Hägglund, Ann-Christin Hausmann
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

 

Individuelle und institutionelle Einflussfaktoren von Berufsaspirationen im Jugendalter

Aus der Literatur ist es hinlänglich bekannt, dass Frauen und Männer in anderen Berufen arbeiten und dass diese geschlechtstypische „Berufswahl“ mit ungleichen Arbeitsmarkterträgen einhergeht. Allerdings ist bislang immer noch wenig darüber bekannt, warum sich junge Frauen und Männer für unterschiedliche Berufe interessieren und warum sich die geschlechtstypischen Berufsaspirationen zwischen industrialisierten Ländern unterscheiden. Daher untersucht das Projekt in einem ersten Schritt mögliche Einflussfaktoren für die Entwicklung von geschlechts(un-)typischen Berufsaspirationen und fokussiert auf die Bedeutung von Kompetenzen und Noten, das Elternhaus sowie das schulische Umfeld. In einem zweiten Schritt werden diese Analysen auf 29 Länder der EU und der OECD ausgeweitet. Untersucht wird zum einen, inwiefern kulturelle und institutionelle Länderunterschiede die geschlechtsstereotypen Berufserwartungen beeinflussen, und zum anderen, ob sich dadurch auch Länderunterschiede in den Präferenzen für MINT Berufe (Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) erklären lassen.

Projektlaufzeit: seit September 2009
Kooperationspartner: Dr. Marcel Helbig, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Projektmitarbeiterin: Anna Erika Hägglund
Förderung: Leibniz Universität Hannover

 

Promotionen in der Human- und Zahnmedizin: Motivation, Struktur und Rahmenbedingungen

Im Rahmen des Projekts werden die Promotionswege von Studierenden der Human- und Zahnmedizin untersucht. Im Fokus stehen zum einen die individuellen Entscheidungsprozesse der Studierenden für bzw. gegen die Promotionsaufnahme. Zum anderen sollen bestehende Strukturen und Rahmenbedingungen evaluiert, mögliche Probleme während des Promotionsprozesses identifiziert und Idealbedingungen erhoben werden, unter denen die Studierenden promovieren möchten. Um ein ganzheitliches Bild zu erhalten, ist die allgemeine Studiensituation ebenfalls von Interesse. Aus der bisherigen Forschung ist bereits bekannt, dass die Promotionsmotivation und -bedingungen teilweise starke fächerspezifische Unterschiede aufweisen. Oftmals werden die Human- und Zahnmedizin aufgrund ihrer besonderen Promotionskultur (Promotion neben dem Studium) jedoch aus den Untersuchungen ausgeschlossen, sodass nur wenige Befunde existieren. Angesichts dessen wird eine Onlineerhebung an der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Oldenburg unter den Studierenden der Human- und Zahnmedizin stattfinden. Neben einem standardisierten Fragebogen ist durch das Vignettendesign ein experimenteller Teil integriert. 

Projektlaufzeit: seit 2013
Kooperationspartner: Prof. Dr. Jörg Eberhard, Medizinische Hochschule Hannover
Förderung: Leibniz Universität Hannover