Trotz seiner fundamentalen geophysischen, geopolitischen, kulturellen und strukturellen Bedeutung ist das Meer ist bis dato eine soziologische Unbekannte. Das Projekt hinterfragt den Terrazentrismus der soziologischen Gesellschaftsanalyse und lotet sozio-marine Interdependenzen zwischen Meer und Gesellschaft mit Blick auf heterogene sozio-marine Kooperationen jenseits wertebasierter Orientierungen aus. Dazu werden die international etablierten Marine Social Sciences und Blue Humanities ebenso aufgegriffen wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den marinen Natur- und Ingenieurswissenschaften intensiviert. Ausgangspunkt des Heisenberg-Vorhabens ist eine soziologisch fundierte Verbindung von interdisziplinärer Meeresforschung und Studien zum demokratischen Zusammenhalt im europäischen Vergleich. Wissenschaftsreflexion im Anthropozän beinhaltet demnach eine zugleich grundlagen- wie lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen den marinen Natur-, Sozial- und Ingenieurswissenschaften, um z.B. Zielkonflikte zwischen Meeres- und Küstenschutz einerseits und der ressourcenorientierten Meeresnutzung kollaborativ zu entschärfen. Das Projekt untersucht sozio-marine Entwicklungen in europäischen Küstengebieten, sowie daran anknüpfende gesellschaftliche Meeresverhältnisse und ihre Verflechtungszusammenhänge mit dem urbanen „Hinterland“. Weiteres dazu bald auf der entsprechenden Webseite.