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Forschungsprojekt

Forschungsfragen

Das an den Instituten für Politische Wissenschaft und Soziologie der Leibniz Universität Hannover angesiedelte Forschungsprojekt näherte sich den Konsequenzen des Wandels und den daran ausgerichteten Arrangements der staatlichen Forschungseinrichtungen (sog. Ressortforschungseinrichtungen) aus vier Perspektiven an.

Ressortforschung und Wissenschaftssystem

Die Neujustierung des Verhältnisses zwischen Wissenschaftssystem und Ressortforschung wirft aus wissenschaftssoziologischer Perspektive die Frage auf, ob und wie sich staatliche Forschungseinrichtungen an den Regelsystemen und Bewertungskriterien des Wissenschaftssystems orientieren und wie dies in Anbetracht eines beschleunigten Wandels der Governance der Forschung geschieht.

Ressortforschung und "sozial robustes Wissen"

Aus der Zunahme wissenschaftsrelevanter Akteure und den gewandelten Anforderungen an wissenschaftliche Expertise ergeben sich zwei zentrale Herausforderungen an die Regelungsstrukturen der Ressortforschung: Wie wird mit den (neuen) wissenschaftsrelevanten Akteuren umgegangen und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Wie wird der Prozess der Wissensgenese, d.h. die Erzeugung von wissenschaftlicher Expertise, die sich als „sozial robustes Wissen" im politischen Prozess bewährt, organisiert?

Ressortforschung und Ministerialverwaltungen

Hinsichtlich der Schnittstelle zwischen staatlichen Forschungseinrichtungen und Ministerialverwaltungen ist bspw. zu untersuchen, inwieweit autonomieschonende und damit die Eigenheiten wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion berücksichtigende Formen der Steuerung bzw. Aufsicht über Ressortforschungseinrichtungen praktiziert werden.

Transnationalisierung von Wissenschaft und Verwaltung

Die Transnationalisierung der Wissenschaft tritt besonders deutlich in den staatlichen Forschungseinrichtungen hervor, die zunehmend in diversen wissenschaftlichen und fachpolitischen internationalen Gremien und Kommissionen vertreten sind. Verändert die zunehmende Transnationalisierung der Ressortforschungseinrichtungen das Rollenverständnis der MitarbeiterInnen, die national geprägten Policy-Leitbilder und womöglich auch die Autoritätsbeziehungen zu den Ministerien?

Methodik

Im Rahmen des Projektes werden Fallstudien über mehrere staatliche Forschungseinrichtungen durchgeführt. Sie zeichnen sich durch verschiedene Akteurskonstellationen und unterschiedliche Verhältnisse zum Wissenschaftssystem aus. Die Erhebung und Auswertung des empirischen Materials erfolgt aus drei fachspezifischen Perspektiven.

Aus politikwissenschaftlicher Perspektive werden die thematisch zurechenbaren Akteurs-, Ressourcen- und Interessenkonstellationen untersucht. Die wissenschaftssoziologische Analyse der staatlichen Forschungseinrichtungen fokussiert auf die (Rück-)Bezüge zum und die Kopplungen mit dem Wissenschaftssystem auf der organisatorischen und individuellen Ebene der Forschung. Schließlich werden aus verwaltungswissenschaftlicher Perspektive die formalen Regelungen und ministeriellen Einbettungen der Forschungseinrichtungen sowie ihre Bedeutung für das Zustandekommen von Entscheidungen untersucht.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, diese verschiedenen Perspektiven zusammenzuführen und aufeinander zu beziehen. Somit lassen sich die unterschiedlichen Interpretationen und Erklärungen empirisch besser absichern und verknüpfen.

Ergebnisverwertung

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Analyse der Beziehungen zwischen Ressortforschungseinrichtungen und dem Wissenschaftssystem einerseits und politisch-administrativen Entscheidungsträgern andererseits. Die Ergebnisse des Projektes wurden im Rahmen eines Workshops mit Vertretern der Ressortforschungseinrichtungen, der Ministerialverwaltung sowie Wissenschaftlern vorgestellt und diskutiert.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden den wissenschaftlichen Fachvertretern durch die Teilnahme an verschiedenen nationalen und internationalen Konferenzen vorgestellt und diskutiert. Durch Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wurden die Ergebnisse einem breiten Fachpublikum zugänglich gemacht.