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Forschungsprofil

Forschungsschwerpunkte im Verlauf des beruflichen Werdegangs

In meinen Forschungsprojekten an den Universitäten Göttingen, Kassel, Augsburg und Hannover standen als Erhebungsmethode qualitative Leitfadeninterviews, in der Regel Experteninterviews, im Mittelpunkt, deren Auswertung kategorienbasiert und computergestützt erfolgte. Diese umfangreichen interdisziplinären Forschungserfahrungen lasse ich in meine Lehre in der Methodenausbildung im Bereich der Qualitativen Sozialforschung am Institut für Soziologie (Arbeitsbereich „Methoden der empirischen Sozialforschung“) einfließen. Ich vertrete die in der qualitativen Sozialforschung in der Minderheit stehende Position, dass auch qualitative Forschung mit Ex-Ante-Hypothesen arbeiten sollte, stehe für vollkommene Transparenz im qualitativen Forschungsprozess als zentrales Gütekriterium und sehe zunehmend die Verbindung mit quantitativen Methoden (Mixed-Methods-Ansätze) als große Chance für eine ganzheitliche Erforschung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse an.

Schon während meines Studiums der Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Öffentliches Recht sowie Medienwissenschaft) habe ich als studentische Hilfskraft am Institut für Regionalforschung an der Universität Göttingen gearbeitet und dort mich mit Technik- und Organisationsforschung vor allem in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Feinmechanik/ Optik beschäftigt. Ein Ergebnis dieser auf qualitativen Experteninterviews basierenden Forschung für die Politikberatung – Auftraggeber war das Niedersächsische Wirtschaftsministerium – war der damals neue Gedanke einer regionalen Clusterpolitik, der sich mittlerweile zum Standard der Wirtschaftspolitik entwickelt hat.

In meiner darauffolgenden Tätigkeit an der Universität Kassel (Fachbereich Bauingenieurwesen) haben wir in dem von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojekt „Rechtliche Risikosteuerung“ im Sinne einer interdisziplinären Risikoforschung innovative sowie konventionelle technische Anlagen (empirischer Gegenstandbereich waren die Planungs- und Bauprozesse von Müllverbrennungsanalagen, Kläranlagen und Brücken) verglichen, indem wir die Sicherheits- bzw. Risiko-Entscheidungen aller in den Planungs- und Bauprozessen relevanten Akteure mit qualitativen Interviews insbesondere hinsichtlich ihrer Orientierung an rechtlichen, technischen und professionellen Normen rekonstruierten.

Im Rahmen meiner Forschungstätigkeiten am Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) der Universität Augsburg erfolgte dann in dem BMBF-Projekt „Nichtwissenskulturen“ der Übergang von der Risikoforschung in die Wissenschaftsforschung und zum Teil die Nachhaltigkeitsforschung. Anhand der empirischen Gegenstandbereiche „Grüne Gentechnik“ sowie „Mobilfunk“ haben wir mit qualitativen Experteninterviews zentrale Akteure in der Bundesrepublik Deutschland befragt sowie die wissenschaftlichen Experten/-innen in den jeweils einschlägigen wissenschaftlichen Disziplinen (Molekularbiologie, Pflanzenbau, Ökologie) sowie (Physik, Medizin, Baubiologie). Rekonstruiert wurde der Umgang mit unterschiedlichen Formen des wissenschaftlichen Wissens und Nichtwissens und dessen Politisierung in gesellschaftlichen Diskursen.

Aufgrund der Verbindung von natur- bzw. ingenieurwissenschaftlichen Themen mit sozialwissen­schaftlichen Themen habe ich mich dann an der Leibniz Universität Hannover hinsichtlich des Sachunterrichts, welcher sich nach der Grundschulzeit in die Schulfächer Physik, Chemie, Biologie als auch die Fächer Geschichte, Geographie, Politik aufteilt, mit der Vermittlung von wissenschaftlichem Wissen beschäftigt sowie mit der Untersuchung dieser Vermittlungsprozesse im Sinne der Lehr-Lern-Forschung. Diese Forschung war nicht nur auf die Schuldidaktik sondern auch auf die Hochschuldidaktik bezogen, wobei immer stärker auch die computerunterstützten Vermittlungs­formen (E-Learning) in den Mittelpunkt meiner Forschung rückten. An der Philosophischen Fakultät führte ich hierzu ein Projekt mit Beratungs- wie Forschungselementen durch. Zuletzt bildeten hier speziell die Vorlesungsaufzeichnungen einen empirischen Forschungsgegenstand.

Neben den genannten größeren Forschungsprojekten habe ich auch immer Kleinprojekte – oft in Kooperation mit externen Partnerinstitutionen – durchgeführt, die der Forschungsliste entnommen werden können. Durch die aktuelle wie zukünftige Lehre erweitert sich zudem das Spektrum der empirischen Forschungsgegenstände meiner qualitativen Forschungserfahrungen beständig, da ich Studierende, welche Forschungsthemen im Rahmen unterschiedlicher Spezieller Soziologien auswählen, in ihren Forschungsprojekten begleite.

Im Folgenden werden die Forschungstätigkeiten in vier Bereiche gegliedert dargestellt

A. Aktuelle Forschungsaktivitäten

B. Abgeschlossene Forschungsprojekte in den Bereichen der qualitativen Lehr-Lern-Forschung, Hochschuldidaktik und des E-Learnings

C. Abgeschlossene große qualitative Forschungsprojekte an anderen Universitäten

 

A. Aktuelle Forschungsaktivitäten

Anleitung und Begleitung studentischer qualitativer Forschung im Rahmen einjähriger Forschungsprojekte: Erhebung mit qualitativen Leitfadeninterviews und computerunterstützte Auswertung (fortlaufend: Beginn je im Sommersemester). Die Gegenstandbereiche umfassen vielfältige Spezielle Soziologien, wie beispielsweise Familiensoziologie, Medizinsoziologie, Bildungssoziologie, Migrationsforschung oder Organisationsforschung.

Projekt: "Entwicklung, Erprobung und empirische Evaluation eines Konzeptes zur Didaktik qualitativer Forschungsmethoden". In diesem Projekt werden unterschiedliche Didaktische Möglichkeiten zur projektbezogenen Vermittlung qualitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden betrachtet. Dabei werden allgemeine Konzepte der Hochschuldidaktik mit einer - noch am Beginn stehenden - Fachdidaktik der Methoden empirischer Sozialforschung verbunden.

B. Abgeschlossene Forschungsprojekte in den Bereichen der Lehr-Lernforschung, Hochschuldidaktik und E-Learning

Fakultätsprojekt:

  • Wissenschaftliche Begleitforschung im hochschuldidaktischen Projekt zum „Ausbau der computerunterstützten Lehre an der Philosophischen Fakultät“ (Studiendekanat der Philosophischen Fakultät) 

Folgende Kooperationsprojekte sind zu nennen:

  • Video-Interviews mit erfolgreichen Ingenieurinnen - in Kooperation mit Prof. Dr. Jörg Seume (Fakultät für Maschinenbau): hierzu die Internet-Veröffentlichung von 2014
  • Multimediale Unterrichtsbilder - in Kooperation mit Prof. Dr. Ulf Mühlhausen (Institut für Erziehungswissenschaft): hierzu die gemeinsame Veröffentlichung von 2013
  • "Sammy und Juliana" - in Kooperation mit Prof. Dr. Gabriele Blell (Englisches Seminar): hierzu die gemeinsame Veröffentlichung von 2012. Frau Prof. Blell wurde für das Projekt mit dem campusemerge-Preis ausgezeichnet.
  • Vorlesungsaufzeichnungen als Ergänzungsangebot zur Präsenzlehre - ein Mixed-Methods-Ansatz (in Kooperation Dr. Marc Krüger, elsa): hierzu die gemeinsame Veröffentlichung von 2011

In folgenden Projekten habe ich Pretests mit meinen Lehrveranstaltungen durchgeführt

  • LearnWeb 2.0 (EU-Projekt) - in Kooperation mit dem L3S
  • web based training zur "Einführung in die Nachhaltigkeit" (DBU-Projekt - in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg) - für das Projekt habe ich in Ostritz die UN-Auszeichnung als Dekadeprojekt innerhalb der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung entgegen genommen.


Weitere

  • TestJurSelf (Kiqs-Projekt - gemeinsame erfolgreiche Antragstellung in Kooperation mit Martin Böhnke (Juristische Fakultät))

C. Abgeschlossene große Qualitative Forschungsprojekte an anderen Universitäten

Universität Augsburg: „Nichtwissenskulturen. Analysen zum Spannungsfeld Analysen zum Umgang mit Nichtwissen im Spannungsfeld von epistemischen Kulturen und gesellschaftlichen Gestaltungsöffentlichkeiten“ (am Wissenschaftszentrum Umwelt an der Universität Augsburg im Auftrag des BMBF, gefördert im Schwerpunkt: „Wissen für Entscheidungsprozesse. Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“); Gegenstand waren die Felder „Grüne Gentechnik“ und „Mobilfunk“.

Universität Kassel: „Rechtliche Risikosteuerung. Juristen und Ingenieure im Prozess der Technikgenese“ (an der Universität Kassel, im Auftrag der Volkswagen Stiftung geförderte im Schwerpunkt „Recht und Verhalten“; Gegenstand war der Planungs- und Bauprozess von innovativen wie konventionellen Müllverbrennungsanlagen, Kläranlagen und Brücken.

Universität Göttingen: „Kooperation als externe Voraussetzung technisch-organisatorischer Innovation“ (am Institut für Regionalforschung der Universität Göttingen, im Auftrag des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums im Rahmen des Verbundes Sozialwissenschaftliche Technikforschung in Niedersachsen, als wissenschaftliche Hilfskraft; Gegenstand waren die Branchen Feinmechanik/Optik, Elektrotechnik und Maschinenbau.