Formwandel der Dokumentation
Projektlaufzeit: 2026 - heute
Das Projekt untersucht, was sich wie verändert, wenn Dokumentation digital organisiert wird. Besonders in Organisationen ist Dokumentation in unterschiedlicher Form relevant. Sie dient zur Speicherung von Projektwissen, von Entscheidungen in Protokollen aber auch von Wissen über Klient:innen und Patient:innen als fallförmige Dokumentation angelegt. Digital organisierte Dokumentation – wie die Projektdokumentation auf digitalen Projektmanagementsystemen oder die Falldokumentation auf digitalen Falldokumentationssystemen – wird dabei durch unterschiedliche Formen digitaler Notation geprägt.
Im Rahmen einer vergleichenden Digitalisierungsforschung wird zur Untersuchung der Veränderungen von Dokumentation, Datenmaterial aus drei unterschiedlichen Organisationstypen, einem Softwareunternehmen, freien Trägern Sozialer Hilfe und einem Uniklinikum, untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt.
Dokumentation, so möchte die Studie zeigen, verweilt dabei nicht als lineares, in sich abgeschlossenes Produkt digitaler Notation im Arbeitsalltag. Ziel der Studie ist es vielmehr eine digital organisierte Morphologie der Dokumentation zu beschreiben, die aufzeigt wie sich Dokumentation in organisierten Kontexten durch digitales Organisieren verändert, formt und als Datenmaterial weiterverarbeitet wird. Interessant werden in dieser Perspektive auch verschiedene Spannungsverhältnisse wie jenes der Zentralisierung und Vereinheitlichung, die durch unterschiedliche Formen digital organisierter Dokumentation entstehen.
| Kontakt | M.A. Katharina Braunsmann Leibniz Universität Hannover Telefon: 0511/762-3307 E-Mail: k.braunsmann@ish.uni-hannover.de |
Data_works
Projektlaufzeit: 2023 - heute
Das Forschungsprojekt „Data_works“ beleuchtet aus soziologischer Perspektive das Spannungsverhältnis zwischen Datenintegration und organisationalen Eigenlogiken in Universitätskliniken. Bislang dominieren normative Perspektiven, die beschreiben, wie Datenintegration idealerweise zu erfolgen hat und/oder wie sie reguliert werden sollte. Demgegenüber zielt Data_works darauf ab, die häufig unsichtbare Arbeit der Bewältigung von Hürden und Herausforderungen sichtbar zu machen, die in Universitätskliniken im Zuge der Integration von Daten anfällt.
In diesem Rahmen werden die sich eröffnenden Komplexitäten mittels teilstrukturierter, problemzentrierter Interviews in unterschiedlichen Abteilungen einer Uniklinik untersucht. Dabei wird unter anderem analysiert, mit welchen organisationalen Eigenlogiken die Datenintegration konfrontiert ist, wie mit diesen umgegangen wird und welche Rolle die Organisation, in der Daten prozessiert werden, sowie ihre Grenzstellen als Scharniere zwischen Organisation und Umwelt spielen. Die Studie richtet den Blick auf bislang wenig verstandene und häufig unterschätzte Herausforderungen, die sich in der Praxis der Datenintegration tatsächlich stellen.
| Leitung | Prof. Dr. Stefanie Büchner |
| Forschungsteam | M.A. Katharina Braunsmann |
| Kontakt | Prof. Dr. Stefanie Büchner Leibniz Universität Hannover Telefon: 0511/762-3143 E-Mail: s.buechner@ish.uni-hannover.de |
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Freigeist-Forschungsgruppe "Digital Cases"
Projektlaufzeit: 2019 - 2025
Drittmittelgeber: VolkswagenStiftung (Freigeist-Fellowship)
Die Forschungsgruppe "Digital Cases" untersucht, inwiefern komplexe digitale Infrastrukturen wie elektronische Fallmanagementsysteme das Verhältnis von Organisation, Technologie und Profession neu konfigurieren. Leitend ist hierbei die Vermutung, dass diese Systeme weit mehr als passive Tools darstellen, sondern eigene Akteurspotentiale entfalten. Das Projekt geht nicht von einer Setzung dieses Akteurscharakters aus, sondern entscheidet sich für eine prozessorientierte empirische Exploration. Die ethnografische Studie umfasst hierbei drei unterschiedlich fallförmig operierende Organisationen: Ein Krankenhaus, einen Appentwickler für Soziale Träger sowie einen sozialen Dienst, operiert also organisationstypenübergreifend und vergleichsorientiert. In der Feldphase experimentiert "Digital Cases" hierzu erstmals mit dem Forschungsdesign eines einmaligen Feldwechsels der Soziolog*innen in der zweiten Hälfte des Forschungsprojekts (Ko-Ethnografie, Publikation in Bearbeitung). Die Feldphase endete 2022.
Von 2021 bis 2024 war "Digital Cases" im DFG-Schwerpunktprogramm "Digitalisierung der Arbeitswelten" (SPP 2267) assoziiert. Im Rahmen der Assoziierung im Projekt "Digitalisierung öffentlicher Organisationen" ist das Projekt "Digital Cases" auch in der zweiten Förderphase des SPPs assoziierter Partner.
| Forschungsgruppenleiterin | Prof. Dr. Stefanie Büchner |
| Forschungsteam | M.A. Katharina Braunsmann M.A. Korbinian Gall M.A. Justus Rahn |
| Hilfskraft | Johanna Meyer |
| Kontakt | Prof. Dr. Stefanie Büchner Leibniz Universität Hannover Telefon: 0511/762-3143 E-Mail: s.buechner@ish.uni-hannover.de |
| Assoziierungen | DFG-Schwerpunktprogramm "Digitalisierung der Arbeitswelten" (SPP 2267), 2021 bis 2024; zweite Förderphase im Rahmen des Projektes "Digitalisierung öffentlicher Organisationen" seit 2024 |