• Zielgruppen
  • Suche
 

Governance staatlicher Forschung im Spannungsfeld von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft

Kurzdarstellung

Die tiefgreifenden Veränderungen im Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft wirken sich in ganz besonderer Weise auf die staatlichen Forschungseinrichtungen aus, die sog. Ressortforschungseinrichtungen. Hierzu zählen sowohl Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben (FuE) als auch FuE-Einrichtungen, die in kontinuierlicher Zusammenarbeit mit Bundesministerien Ressortforschung betreiben. Staatliche Forschungseinrichtungen unterscheiden sich von anderen Forschungseinrichtungen insbesondere dadurch, dass sie institutionell zwischen Wissenschaft und Politik positioniert sind und diese doppelte Zugehörigkeit sich in ihren Strukturen widerspiegelt, weshalb sie sowohl Behördencharakter besitzen als auch über wissenschaftstypische Merkmale verfügen und es zu ihren originären Aufgaben gehört, gesellschaftlich nutzbares Wissen zu generieren. Zudem nehmen insbesondere Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben in teilweise erheblichem Umfang gesetzlich definierte Vollzugsaufgaben wahr.

Der spezifischen Positionierung staatlicher Forschungseinrichtungen zwischen Wissenschaftssystem und staatlicher Verwaltung lag in der Vergangenheit die Vorstellung zugrunde, dass die Ministerien über einen permanent garantierten Zugriff auf wissenschaftliche Expertise verfügen, um diese dann unmittelbar in politische Entscheidungen einfließen zu lassen. Dieser Typus einer durch staatliche Vorgaben gebundenen Wissenschaft ist seit einigen Jahren in eine neue Konstellation aus zunehmend konkurrierenden Ansprüchen hineingewachsen: Einerseits sollen staatliche Forschungseinrichtungen einen ministeriell definierten Beratungsbedarf decken, andererseits auch staatliche Vorsorgeaufgaben wie Lebensmittelsicherheit, ausreichende Energie- und Rohstoffversorgung oder Medikamentenzulassung möglichst effizient zu erfüllen und schließlich auch neuartigen Erwartungen nachzukommen, die insbesondere bei Krisen und Konflikten an wissenschaftliche Expertise herangetragen werden. Das Forschungsprojekt untersucht auf der Grundlage von Fallstudien, wie sich diese Wandlungsprozesse auf die Ressortforschungseinrichtungen und ihre Umweltbeziehungen (Ministerialverwaltung, Wissenschaft, Adressaten etc.) auswirken. Hierbei findet die Heterogenität staatlicher Forschungseinrichtungen hinsichtlich spezifischer Aufgabenprofile oder unterschiedlicher disziplinärer Schwerpunkte besondere Berücksichtigung.

Projektförderung

Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen der BMBF-Förderinitiative „Neue Governance der Wissenschaft  Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“ von April 2010 bis Juni 2013 gefördert.

Projektleitung

Prof. Dr. Eva Barlösius, Institut für Soziologie

Tel.: 0511-762 5432    Fax: 0511-762 5554

Email: e.barloesiusish.uni-hannover.de

Prof. Dr. Marian Döhler, Institut für Politische Wissenschaft

Tel.: 0511-762 4898    Fax: 0511-762 4199

Email: m.doehleripw.uni-hannover.de

Projektmitarbeiter

Dr. Tobias Bach, Institut für Politische Wissenschaft

Tel.: 0511-762 4565    Fax: 0511-762 4199

Email: bachipw.uni-hannover.de

 Dr. Axel Philipps, Institut für Soziologie

Tel.: 0511-762 5780    Fax: 0511-762 5554

Email: a.philippsish.uni-hannover.de

Postadresse

Leibniz Universität Hannover

Schneiderberg 50

30167 Hannover