Das Ziel einer Hausarbeit ist es, eine selbst gewählte Fragestellung aus dem Themenbereich einer Lehrveranstaltung und unter Rückgriff auf wissenschaftliche Beiträge zum Thema zu diskutieren und zu beantworten. Dafür nutzen Sie Primär- und Sekundärliteratur. Gerade wenn Sie aktuelle Fragestellungen bearbeiten oder im Rahmen von Hausarbeiten in den fortgeschrittenen Semestern haben die Beiträge und Debatten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften oft große Bedeutung.
In den folgenden Absätzen finden Sie einige Hinweise zu wichtigen Elementen einer Hausarbeit.
Bei einer Hausarbeit geht es darum, ein Phänomen auf Basis einer Fragestellung zu untersuchen. Sie ist ein zentrales Element, da sie den Untersuchungsrahmen vorgibt, aus dem sich wiederum der Aufbau der Argumentation ableitet. Unabhängig davon, welches Feld Sie untersuchen – sei es Digitalisierung, Globalisierung oder die Dynamiken innerhalb einer Institution –, ist es zwingend notwendig, sich auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren. Andere Aspekte, die ggf. ebenfalls interessant oder wichtig sind, werden dadurch bewusst vernachlässigt. Diese Reduktion der Komplexität ist dennoch notwendig, um sinnvolle und begründete Aussagen über den Gegenstand treffen zu können. Ggf. ist es notwendig eine Fragstellung im Laufe der Untersuchung anzupassen, beispielsweise wenn neue Aspekte hinzukommen, die berücksichtigt werden sollten.
Unter dem folgenden Link finden Sie ein von der ZQS entwickeltes Arbeitsblatt. Der „Dreischritt” hilft Ihnen dabei, eine wissenschaftliche Fragestellung zu entwickeln.
Die Fragestellung bildet die Grundlage für die Entscheidung darüber, wie Sie das Problem adressieren wollen. Das beinhaltet auch die Argumentationsschritte und den Aufbau der Arbeit. grundsätzlich kann man unterschiedliche Herangehensweisen unterscheiden. Möglich ist es beispielsweise die Plausibilität einer These oder einer Theorie anhand unterschiedlicher theoretischer Perspektiven zu diskutieren oder ein empirisches Beispiel daraufhin zu prüfen, inwieweit die Theorie dadurch bestätigt oder irritiert wird. Denkbar sind auch Forschungsdesigns, die unterschiedliche Fälle vergleichen um Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser zu verstehen. Wichtig ist es in jedem Falle nicht (nur) deskriptiv zu arbeiten, sondern eine problemorientierte Fragestellung zu formulieren, um so unterschiedliche Aspekte des Phänomens herausarbeiten zu können (z.B. "Warum?" anstatt "Wie?").
Beachten Sie, dass es nötig ist einen Theoriebezug herzustellen. Theorien weisen über Einzelfälle hinaus und dienen dazu empirische Beobachtungen zu systematisieren und zu erklären. Theorie und Emprie stehen dabei idealerweise in einem Wechselverhältnis zueinander, d.h. es kann auch sinnvoll und notwendig sein, die Theorie auf Basis der Empirie zu kritisieren oder zu verändern. Forschungsdesigns können insofern durch die Theorie angeleitet sein, andere Arbeiten sind darauf ausgerichtet Theorien zu bilden, zu testen oder weiterzuentwickeln.
Wenn Sie Fragestellung, Design Ihrer Arbeit und die Art des Theoriebezugs festgelegt haben, müssen Sie entscheiden, in welchen Schritten Sie Ihre Argumentation entfalten wollen. Daraus ergibt sich dann die Gliederung Ihrer Arbeit. Wichtig ist, dass die Einzelschritte an einem 'roten Faden' hängen und in Bezug zueinander stehen.
Der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt erfolgt in der Regel nicht durch die Entwicklung isolierter Ideen, sondern eingebettet in die jeweils aktuelle wissenschaftliche Diskussion. Die sinnvolle Bearbeitung eines Themas setzt deshalb zum einen die Kenntnis relevanter Informationen (z.B. Daten und Fakten, Verträge, Stellungnahmen von Staaten oder Parteivertretern) und zum anderen einen möglichst intensiven Bezug auf die jeweils relevante wissenschaftliche Literatur voraus. Welche Informationen und welche wissenschaftlichen Diskussionen für Sie von Bedeutung sind, hängt in erster Linie von dem gewählten Thema ab. Allgemein lässt sich jedoch folgendes sagen:
Einleitung:
Hauptteil:
Theoretische Einbettung: Diskussion zentraler Konzepte mit Blick auf ihre Anwendung in der vorliegenden Arbeit
Diskussion und Analyse: z.B. Plausibilitätsdiskussion anhand eines Beispiel, Gegenüberstellung von Theorien u.s.w.
Die Trennung zwischen der Darstellung von Ideen anderer und der eigenen Diskussion ist wichtig und funktioniert a) formal (z.B. durch Quellenangaben) und b) durch eindeutige Trennungen von eigener Kritik und den Ideen anderer im Text.Schluss
Schluss:
Eco, Umberto 2007: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. 12. Aufl. Heidelberg: UTB
Anmerkung: Da Zitierweisen in der Wissenschaft variieren können, handelt es sich bei den folgenden Hinweisen um Vorschläge. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihre Dozierenden, ob es arbeitsbereichspezifische Vorgaben gibt.
Am Ende einer Hausarbeit befindet sich ein Literaturverzeichnis, das sämtliche zitierte Werke (Bücher, Zeitschriftenartikel, Homepages u.s.w.) enthält. Es ist alphabetisch nach den Nachnamen der Autoren geordnet.
Die bibliographischen Angaben sollen in der nachstehenden Reihenfolge erfolgen: Autor [Name, Vorname], Erscheinungsjahr (Erstveröffentlichungsjahr): Titel. Erscheinungsort: Verlag.
z.B.:
Im Literaturverzeichnis werden alle beteiligten Autor*innen genannt, z.B.:
Bei Aufsätzen in Zeitschriften müssen der Name der Zeitschrift und der Jahrgang sowie die Seitenzahlen angegeben werden. z.B.
Bücher
Coleman, James S. (1990): Foundations of Social Theory. Cambridge, MA, und London: The Belknap Press. (Dt.: Grundlagen der Sozialtheorie. 3 Bde. München: Oldenbourg 1991-1992)
Pirker, Theo, M. Rainer Lepsius, Rainer Weinert und Hans-Hermann Hertle (1995): Der Plan als Befehl und Fiktion. Wirtschaftsführung in der DDR. Gespräche und Analysen. Opladen: Westdeutscher Verlag
Simmel, Georg (1989 (1900)): Philosophie des Geldes. Gesamtausgabe Bd. 6. Frankfurt a.M.: Suhrkamp
Zeitschriftenaufsätze
Häußermann, Hartmut, und Manfred Küchler (1993): Wohnen und Wählen. Zum Einfluß von Hauseigentum auf die Wahlentscheidung. In: Zeitschrift für Soziologie 22: 16-32
Portes, Alejandro, und Julia Sensenbrenner (1993): Embeddedness and Immigration: Notes on the Social Determinants of Economic Action. In: American Journal of Sociology 98: 1320-1350
Windolf, Paul, und Jürgen Beyer (1995): Kooperativer Kapitalismus. Unternehmensverflechtungen im internationalen Vergleich. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 47: 1-36
Aufsätze aus Sammelbänden
Merton, Robert K. (1995 (1949)): Sozialstruktur und Anomie. In: Ders. (Hg.): Soziologische Theorie und soziale Struktur. Berlin, New York: de Gruyter, 115-154
Sinnott, Richard (1995): Bringing Public Opinion Back. In: Niedermayer, Oskar, und Max Kaase (Hg.): Public Opinion and International Governance. Beliefs in Government Vol. 2. Oxford, New York: Oxford University Press, 11-32
Wu, Weiping, und Shahid Yusuf (2003): Shanghai: remaking China’s future global city. In: Gugler, Josef (Hg.) 2004: World Cities beyond the West. Globalization, Development and Inequality. Cambridge: Cambridge UP, 27-58
Internetquellen
Difu (2000): Modellgebiete zur "Sozialen Stadt" und Programmbegleitung vor Ort. In: Soziale Stadt – Info 1. www.sozialestadt.de/veroeffentlichungen/newsletter/info1.pdf [Datum des Zugriffs]
Die hier dargestellte Methode der Darstellung im Literaturverezichnis ist eine unter unterschiedlichen Möglichkeitem. Sie können auch eine andere, in den Sozialwissenchaften übliche Form wählen. Denken, Sie daran, die Literaturhinweise in jedem Falle einheitlich und entsprechend systematisch zu gestalten. Orientieren Sie sich ggf. an den Zitierweisen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften.