Forschungsprojekte am Arbeitsbereich Arbeits- und Organisationssoziologie

Auf dieser Seite finden Sie kurze Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten am Arbeitsbereich.


LAUFENDE FORSCHUNGSPROJEKTE

Die Organisation der Valorisierung

Projektlaufzeit: 3 Jahre, geplanter Beginn Anfang 2021

Drittmittelgeber: DFG

Wie wird die Ab- und Aufwertung von Personen durch andere Personen organisiert? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt, indem es am empirischen Gegenstand der Begabtenauswahl ein organisationssoziologisches Modell für die Bewertung und Auswahl aspirierender Mitglieder entwickeln will. Konzeptuell werden hierbei die systemtheoretische Organisationstheorie und die Soziologie der Konventionen in einer Weise verknüpft, die das Spannungsfeld aus gesellschaftlichen Normerwartungen (wie Geschlechtergerechtigkeit, Meritokratie, etc.) und Organisationsrationalitäten analytisch greifbar macht. Bis dato ist nämlich organisationsoziologisch nicht hinreichend präzise verstanden, wie genau Organisation (als eigene Ebene der Ordnungsbildung) und normative Erwartungen so zusammenwirken, dass erstens Probleme konfligierender Erwartungen zu Lösungen und Lösungen wiederum zu Problemen werden können, zweitens worin genau für wen das Problem besteht und drittens wo der Ort ist, an dem das Problem als Problem und/oder Lösung gerahmt wird. Diesem theoretischen Vorhaben geht eine umfassende, prozessorientierte und multimethodische Feldforschung in zwei Organisationsarten voraus: Stiftungen und Kunsthochschulen.

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Prof. Dr. rer. soc. Gabriele Wagner
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Im Moore 21
30167 Hannover
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BEENDETE FORSCHUNGSPROJEKTE

Reorganisation und Mitbestimmung von Care-Arbeit. Interessen und Anerkennungsansprüche der Beschäftigten (REMICA)

Projektlaufzeit: September 2016 - August 2018

Drittmittelgeber: Hans-Böckler-Stiftung

Projektpartner: IAT Gelsenkirchen

Das Projekt geht von der interessentheoretisch und anerkennungssoziologische fundierten Annahme aus, dass Beschäftigten in Arbeitsorganisationen zeitgleich zwei Ziele artikulieren und verfolgen: Sie interessieren sich für bessere materielle Arbeitsbedingungen (Löhne, Gehälter, Arbeitszeitkontingente) und haben zugleich einen hohen Anspruch, dass ihre Leistungen, anders als bisher im Care-Bereich, als hochwertig und gesellschaftlich unerlässlich anerkannt werden – und dies nicht nur symbolisch, sondern auch materiell. Wir untersuchen diese Gleichzeitigkeit der Interessen- und Anerkennungsansprüche und ihr Wechselverhältnis und fragen danach, inwiefern Arbeitsorganisationen diese aufgreifen und hiervon ausgehend strukturbildende Prozesse in Organisationen ablaufen.

Dies untersuchen wir am Beispiel von Reorganisations- und Mitbestimmungsprozessen im Care-Bereich: Care-Bereiche befinden sich derzeit im Prozess einer arbeitspolitisch geprägten Reorganisation, in der die dort vorherrschenden Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen umfassend verändert werden. Diese Veränderungen werden maßgeblich „vor Ort“ in den Betrieben ausgehandelt und mitbestimmt. Wir fragen: 1) Welche Ziele verfolgen die Beschäftigten hinsichtlich der Reorganisation und inwiefern werden diese realisiert? 2) Inwiefern verändern sich durch die Verhandlung von Interessen- und Anerkennungsansprüchen in Mitbestimmungsprozessen organisationale Strukturen?

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K3-SONAR - Soziologische Analyse der Organisation von Informationsverarbeitung und Entscheidungsprozessen in Krisensituationen

K3-SONAR ist ein Teilprojekt des Verbundprojekts "K3 - Informations- und Kommunikationskonzepte für den Krisen- und Katastrophenfall. Erforschung integrierter organisatorischer und technischer Lösungen"

Link: https://www.sifo.de/files/Projektumriss_K3.pdf

Projektlaufzeit: Februar 2015 - Januar 2018

Drittmittelgeber: BMBF

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Hochschulen in der Anerkennungsfalle? Leistungsbewertung zwischen Reformdynamiken und Strukturkonflikten

Projektlaufzeit: Oktober 2013 - März 2017

Drittmittelgeber: BMBF

Kurzbeschreibung des Forschungsvorhabens

Hochschulen sind zunehmend mit der Erwartung konfrontiert, ihre Leistungsbereiche darzustellen, zu evaluieren und kontinuierlich zu verbessern. Das fordert Hochschulen in mehrfacher Weise heraus: Zum einen sind »Leistung« und »Qualität« weder einfach zu definieren, noch leicht zu vergleichen. Zum anderen findet man in Hochschulen als Organisationen vielfältige und nicht selten divergente Vorstellungen darüber, welche »Leistung« welche »Anerkennung« verdient.

Es stellt sich hierbei die Frage, wie es einer Hochschule gelingen kann, bestehende Anerkennungs- und Reputationsordnungen zu berücksichtigen, zugleich aber auch Impulse für neue Konzepte von »Leistung« und »Qualität« zu setzen.

Das Forschungsprojekt untersucht Leistungsbewertungen und Leistungswettbewerbe in Hochschulen erstmals unter dem Aspekt der Anerkennungsverhältnisse. Die anerkennungssoziologische Perspektive ermöglicht neue Erkenntnisse, da so mögliche Dynamiken, Blockaden und Nebeneffekte dieser Verfahren in den Blick geraten.

Fragestellung und Vorgehensweise

Das Vorhaben fragt im Rahmen eines mehrstufigen qualitativen Forschungsdesigns danach,

  • wie Leistungsbewertungen konkret organisiert werden und wie bestehende lokale Anerkennungs- oder Reputationsordnungen in diesen Vorgang einbezogen und modifiziert werden.
  • wie in umgekehrter Richtung bestehende Anerkennungsordnungen die Organisation von Bewertung berühren, befördern oder blockieren.
  • welche neuen Anerkennungsordnungen durch die Leistungsbewertungen installiert werden und wie sich diese zu den bestehenden Anerkennungsordnungen verhalten.

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