Forschungsprojekte am Arbeitsbereich Bildungssoziologie

Auf dieser Seite finden Sie kurze Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekten am Arbeitsbereich.


Laufende Forschungsprojekte

  • Inklusive Zugänge an die Hochschule über berufliche Schulen?

    Inklusive Zugänge an die Hochschule über berufliche Schulen?

    Gefördert vom Leibniz Forschungszentrum Wissenschaft und Gesellschaft (LCSS)

    Laufzeit: 10/2020 – 05/2023

    Projektleitung: Prof. Dr. Christian Imdorf; Dr. Nadine Bernhard

    Projektmitarbeiterin: Nadine Dörffer, M.A.

    Projektbeschreibung: Das Forschungsprojekt befasst sich aus soziologischer und erziehungswissenschaftlicher Perspektive mit beruflichen Schulen als möglichen Zubringern in ein Hochschulstudium. Im Fokus steht dabei die Frage, ob und wie berufliche Schulen eine ungleichheitsreduzierende bzw. -kompensierende Funktion im Übergang von der Sekundarstufe II auf die Hochschule ausüben. Differenziert wird sowohl zwischen den verschiedenen Typen beruflicher Schulen sowie auch der Art der Hochschulzugangsberechtigung. Zusätzlich wird untersucht, inwiefern wissenschaftliche Erkenntnisse einen Einfluss auf die praktische Umsetzung und die Legitimation von Handlungen, die den Übergang an Hochschulen unterstützen, an beruflichen Schulen ausüben.

    Im Gesamten wird das Projekt klären, wie institutionelle und soziale Durchlässigkeit zur Hochschule durch bestimmte Schulen und Schulformen und deren organisationale Kontexte befördert werden. Dazu werden in einem ersten Schritt verschiedene Typen beruflicher Schulen und Arten der Hochschulreife quantitativ anhand der Daten des DZHW Studienberechtigtenpanels auf ihre institutionelle Vermittlung von sozial inklusiven Hochschulzugängen überprüft. Aufbauend auf diese Ergebnisse wird in einem zweiten Schritt eine qualitative Erhebung durchgeführt, um die institutionellen und sozialen Effekte der Schulen besser zu verstehen. Dazu wird ein kontrastierender, kontextsensitiver Fallstudienvergleich anhand ausgewählter beruflicher Schulen in Niedersachsen durchgeführt.

    Indem aufgezeigt wird, wie berufliche Schulen konkret mehr soziale Gleichheit im Zugang zu höherer Bildung ermöglichen, sollen Empfehlungen für das politisch-administrative System formuliert werden, damit die soziale Durchlässigkeit auf dem berufsbildenden Weg an die Hochschulen noch verbessert werden kann. 

Promotionsprojekte

Nadine Dörffer

Berufliche Schulen als Weg an die Hochschule für sozial benachteiligte Schüler*innen

Erstgutachter: Prof. Dr. Christian Imdorf

Abgabe: geplant für Herbst/Winter 2023

Obwohl heutzutage circa jede dritte Hochschulzugangsberechtigung an einer beruflichen Schule erworben wird, bleiben diese in ihrer Funktion als Zubringer an die Hochschule weiterhin eine „Blackbox“ soziologischer Forschung. Dabei sind berufliche Schulen institutionell äußerst vielfältig. In meiner Dissertation bearbeite ich die Fragen, welche Bedeutung berufliche Schulen als Zugangsweg an die Hochschule haben und in welchem Ausmaß bestehende soziale Ungleichheiten im Hochschulzugang durch diese Möglichkeit kompensiert, reduziert oder gar reproduziert werden. Kurz gesagt: Wie bringen berufliche Schulen sozial benachteiligte Schüler*innen (nicht) an die Hochschule? Die Dissertation wird im Kontext der Mitarbeit im LCSS-Brückenprojekt „Inklusive Zugänge an die Hochschule über berufliche Schulen?“ erstellt. Sie ist kumulativ angelegt und verfolgt ein Mixed Methods Design. Die einzelnen Publikationen betrachten die übergeordnete Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven und unter Nutzung von bereits bestehenden Sekundärdatensätzen und im Projektkontext erhobenem qualitativen Datenmaterial.


Miriam Grønning

Institutional characteristics of upper secondary vocational education and training in Switzerland: How do they affect VET diploma holders’ early labour market outcomes?

German Title: Die Rolle der Ausgestaltung der beruflichen Grundbildung für den frühen Berufsverlauf. 

Supervisor and first examiner: Prof. Dr. Christian Imdorf 

Second examiner: Prof. Dr. Kathrin Leuze

Doctoral exam: 18 February 2021 

Swiss upper secondary vocational education and training (VET) consists of around 230 training occupations that differ institutionally, for example, in terms of their specificity (e.g. share of practical and theoretical education and training), differently standardised examinations and number of requirement levels. The dissertation project investigates how this heterogeneity in VET impacts VET-Diploma Holders’ early labour market outcomes, in particular their income and mobility chances. In a first step, detailed information about the institutional characteristics of the training occupations, i.e. the level of specificity, standardization and vertical differentiation, will be collected from VET Curricula. Next, this data will be linked with representative individual level data (Swiss Labour Force Survey). Last, quantitative, multivariate analysis (multilevel and propensity score methods) will be used to shed light on how training programs’ institutional characteristics facilitate or hamper young people’s labour market entry and early career. 

Stefanie Schröder

How do study preparation institutions shape the educational pathways of refugees to German universities?

German Title: Wie gestalten Studienvorbereitungseinrichtungen die Bildungswege von Geflüchteten an deutsche Hochschulen?

Supervisor: Prof. Dr. Christian Imdorf

Planned Submission Date: Summer 2024

A remarkable share of refugees who have arrived in Germany since 2014/2015 is highly qualified and has strong educational and academic aspirations. Preparatory colleges (the so called ‚Studienkollegs‘) and higher education institutions as language course providers are the two main organizations offering obligatory study preparation for non‐EU international study applicants, including refugees. So far, research on conditions for refugees’ successful transitions into and through study preparation, and eventually into higher education, is scarce.
The dissertation project fills a research gap on the organisational level by considering the established norms and rules in the field of study preparation and the role of professional staff within the organizations in shaping successful pathways into higher education. For the theoretical framing, the dissertation project draws on concepts from the sociology of education and inequality as well as from the sociology of valuation. The empirical basis is formed by expert interviews with key actors in the field study preparation organizations, especially teachers and managers of study preparation courses, as well as interviews with refugee participants from study preparation courses. The qualitative data was conducted within the DZHW project ‚Refugees on their way into German higher education‘ (‚WeGe‘; 01.04.2017-31.03.2021).